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Ein Pullover für den Herbst – Wolf River

Ein Pullover für den Herbst – Wolf River

Wie schön wäre es, wenn pünktlich zur neuen Jahreszeit ein paar passende Kleidungsstücke fertig in der Garderobe hängen würden. Ich habe immer die Wunschvorstellung im Winter ein paar leichte Strickjacken für den Frühling zu stricken, im Sommer dafür die Winterpullis. Aber mal ehrlich, wer sitzt in der brütenden Sommerhitze und strickt einen dicken Winterpulli? Und wer holt das Leinengarn in der Vorweihnachtszeit hervor um sich ein nettes farbenfrohes Sommertop zu stricken? Bei mir jedenfalls klappt das nicht und so ist mein Peony Top pünktlich zum Ende unseres Sommerurlaubs (und auch des Sommers an sich) fertig geworden, so dass ich es zweimal tragen konnte und nun wartet es schon wieder auf wärmere Tage.

Genau aus diesem Grund bin ich froh, dass ich dieses Jahr pünktlich zum Herbstbeginn in einem neuen kuschelig warmen Pullover spazieren gehen kann. Denn diesen Pullover habe ich im Mai angeschlagen, über die Sommermonate musste er sich etwas gedulden, bevor ich ihn Anfang September fertiggestellt habe.

Und hier ist er: Mein Wolf River Pullover von Melissa Schaschwary.

Zu finden ist die Anleitung auf Ravelry (englisch) und auch auf Loveknitting. Ich durfte die Anleitung vor ein paar Monaten für Loveknitting übersetzen, somit gibt es sie dort auch auf deutsch.

Gestrickt wird der Pullover in Einzelteilen. Beginnend jeweils am unteren Bündchen werden zuerst Vorder- und Rückseite gestrickt. Anschließend werden diese beiden Seiten zusammengenäht und nun Maschen für die Ärmel aufgenommen. Ganz zum Schluss werden am Hals die Maschen für das Halsbündchen aufgenommen und gestrickt. Die Anleitung für all diese Schritte ist sehr klar geschrieben.

Der Pullover sitzt locker und lässt sich bequem überall drüber ziehen. Im Gegensatz dazu sind die Ärmel eher eng anliegend, was ich persönlich sehr gut und super bequem finde.

Eine Änderung habe ich vorgenommen, die so in der Anleitung nicht vorgesehen ist. Ich habe an der Rückseite am Halsbündchen ein paar verkürzte Reihen eingefügt, damit der Pullover am Nacken etwas höher abschließt, als an der vorderen Halskante. Das sitzt einfach besser, der Pullover bekommt so eine echte Vorder- und Rückseite und mein Nacken bleibt warm.

Alle Bündchen habe ich mit dem Tubular Bind off abgekettet. Ich habe ihn schon mehrfach verwendet, recherchiere aber trotzdem jedesmal wieder nach verschiedenen Versionen. Dieses Mal habe ich nach einer Version gesucht, die den Tubular Bind off für ein rechts verschränktes Bündchen erklärt. Dazu habe ich nichts gefunden, stattdessen bin ich aber auf zwei recht verschiedene Versionen dieser Abkett-Methode gestoßen. Diese hier, von VeryPink Knits, habe ich bisher immer verwendet und sie beschreibt einfach nur die letzte Reihe in der abgekettet wird. Diese hier hingegen verlangt nach vier Vorbereitungsreihen ehe abgekettet wird. Ich habe beide Methoden an je einem Armbündchen ausprobiert.

Wenn ihr genau hinschaut könnt ihr einen leichten Unterschied erkennen. Rechts habe ich direkt, also ohne Vorbereitungsreihen, abgekettet und links mit. Ich habe einen eindeutigen Favoriten: Die Methode von VeryPink Knits (rechts) sieht nicht nur besser aus, sie ist auch viel elastischer. Die verschränkten Maschen habe ich übrigens einfach auch verschränkt abgekettet und so hatte sich meine ursprüngliche Frage dann erübrigt.

Der Vorteil vom Tubular bind off ist, dass die Bündchen sehr dehnbar sind und es keine sichtbare Kante gibt, an der die Maschen abgekettet wurden. Stattdessen gibt es einen runden Abschluss an der vorderen Kante. Etwa so, als würde sich das Muster in der Innenseite des Pullovers fortsetzen.

Ich habe die Wolle verwendet, die auch in der Anleitung empfohlen wird: Cascade Eco + in der Farbe Charcoal Grey. Ich habe nur etwa 1,5 Knäuel verwendet. Allerdings kommen diese auch in 250g Strängen.

Auch die Wolle kann ich sehr empfehlen. Sie ist absolut bezahlbar und auch für empfindliche Menschen tragbar. Zudem ist sie so dick, dass damit ganz schnell ein Pullover gezaubert wird. Ich habe einen Ärmel pro Abend gestrickt, was wirklich etwas heißen sollte, da ich für Ärmel immer am allerlängsten brauche.

Das einzige Negative ist vielleicht, dass die Wolle etwas fusselt. Leider kann man dem wohl nicht entgehen, jedenfalls nicht bei weicher Wolle. Hat jemand von euch schon mal einen Gleener ausprobiert? Der soll ja super schonend entfusseln und ich glaube, bei all meinen Wollpullis würde sich eine Anschaffung wohl mal lohnen.

Der Pullover ist auf jeden Fall perfekt für Herbstspaziergänge und wird mich in den kommenden Monaten noch häufig auf solchen begleiten.

Habt es fein! Happy knitting! Happy sewing!

Eure Marthe

 

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Liebste Maschen, Gehäkeltes & Gestricktes

7 Gedanken zu „Ein Pullover für den Herbst – Wolf River“

  1. Wow!!! Was für ein toller Pulli und super schön zusammen mit dem Karo-Rock. Ich bin schwer begeistert und bewundere sehr, Dein Könnnen. So einen Pulli zu stricken, dauert ewig – Hut ab, dass Du so konsequent durchgehalten hast. Lg Kuestensocke

    1. Vielen vielen Dank! Es ist einfach zu schön ein paar handgestrickte Pullover im Kleiderschrank zu haben, dafür lohnt sich die Arbeit auf jeden Fall 🙂
      Liebe Grüße, Marthe

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