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Vom Schaf zur Wolle – Teil 1

Vom Schaf zur Wolle – Teil 1

Sarah hat vor wenigen Wochen einen ganzen Sack Bluefaced-Leicester Fleece (BFL) von einem Schäfer aus Oxfordshire bekommen, der eines seiner Schafe extra für sie geschoren hat. Natürlich hat das bei uns zu großer Aufregung und Freude geführt.

So kam es, dass wir uns letzte Woche Samstag bei Sarah zuhause getroffen haben, denn sie hat einen Garten, der sich perfekt zum Wolle waschen eignet und noch dazu war das Wetter einfach wundervoll.

Nachdem wir den Inhalt des Sacks auf dem Gartentisch ausgebreitet haben, waren wir erst einmal ziemlich überwältigt von der Menge an Fleece, die in so einen Sack passt und wussten gar nicht so recht an welcher Stelle wir beginnen sollten.

Doch wir haben uns recht schnell für die Strategie entschieden, gemeinsam an einer Ecke anzufangen, den gröbsten Schmutz mit den Händen zu beseitigen und auch die Wolle schon etwas zurecht zu zupfen.

Diese vorgefertigte Wolle haben wir anschließend im warmen Wasser mit etwas Wollseife gewaschen, nach 20 Minuten haben wir das Wasser gewechselt und die Wolle noch zweimal mit und einmal ohne Seife gewaschen. Das Ergebnis war eindeutig: der Fleece wurde immer sauberer, genauso wie das Wasser nach jedem einzelnen Waschgang.

Vorher.

Aufgrund der vielen Löcher hat sich der Tisch prima zum Wolle reinigen und zum ausdrücken des Wassers geeignet.

Ein kleiner Haufen vorgezupfter und gereinigter Wolle, die auf ihren Platz in der Wasserschüssel wartet.

Zum trocknen haben wir den Fleece auf ein Handtuch in den Schatten gelegt. Dank des warmen Wetters war er am Ende des Tages schon so gut wie trocken und ganz weich und fluffig.

Ich muss dazu sagen, dass weder Sarah noch ich Erfahrung darin haben, Fleece zum Spinnen vorzubereiten. Ich hatte zum Glück die Möglichkeit einen Spinnkurs in einem wunderbaren Wollladen in Dresden zu machen, den es leider schon seit über einem Jahr nicht mehr gibt. Im ersten Kurs haben wir auch dort die Wolle vorgezupft, dann gewaschen und später gesponnen. Auch wenn der Kurs schon eine Weile her ist, war ich froh, dass ich mich noch an eine ganze Menge erinnern kann. Zudem lernt man ja sowieso am besten, wenn man einfach anfängt und ausprobiert und schaut, mit welchem Ergebnis man zufrieden ist.

Beispielsweise haben wir sehr unterschiedliche Meinungen zum Thema Wassertemperatur gehört und gelesen. Während einige sagen, man solle Fleece in kochendem Wasser reinigen, erinnere ich mich daran, dass wir gelernt haben, niemals kochendes Wasser zu nehmen, damit die Wolle nicht filzt. Wir haben uns letztendlich auch dagegen entschieden. Mich würde jedoch interessieren, ob du Erfahrung hast und was deine Meinung dazu ist? Ich bin zufrieden mit unserem Ergebnis und auch froh, dass wir die Wolle so schonend gereinigt haben, schließlich soll das nicht der letzte Schritt gewesen sein.

Wir haben an einem Tag etwa 25% der Wolle gereinigt, das heißt wir treffen uns in Zukunft noch häufiger zum Fleece waschen. Danach werden wir einen Teil direkt verspinnen und danach naturfärben und einen weiteren Teil zuerst naturfärben und dann spinnen.

Natürlich sollte der Fleece auch noch kardiert werden. Hier müssen wir noch eine Lösung finden. Denn mit den Kämmen die Sarah gekauft hat werden wir wohl sehr lange beschäftigt sein. Ich hoffe, wir können uns ansonsten irgendwo ein Kardiergerät leihen oder die Wolle lässt sich auch ungekämmt spinnen.

Natürlich konnte ich nicht abwarten und musste das gleich am Spinnrad ausprobieren und es ist durchaus möglich, sofort zu spinnen. Jedoch werden wir wohl auch hier verschiedene Möglichkeiten ausprobieren. Genug Material ist ja da.

 

Wie man sieht, wird das Wasser beim ersten Waschgang noch ordentlich schmutzig.

 

Hier bin ich ganz in meinem Element. Der erste Waschgang ist durch und es ist Zeit, das Wasser zu wechseln.

 

Nachher.

 

BFL ist so wunderbar weich. Ich musste den sauberen, trockenen Fleece immer wieder streicheln und freu mich schon auf das Spinnen.

 

Am Abend kam ich dann in den Genuss, Sarah beim zusammenbauen ihres neuen Spinnrads zu helfen.

Ich würde sagen, das war ein runde Sache und ja, nun kann es losgehen!

 

 

Habt es fein! Happy spinning, happy knitting!

 

Verlinkt bei: HoT

Ein Gedanke zu „Vom Schaf zur Wolle – Teil 1“

  1. Also soweit ich weiß – und ich behaupte hier nicht, dass es richtig ist – ist für reine Wolle nur Temperaturwechsel gefährlich. Sprich, die Wolle in das schon kochende Wasser geben zum Beispiel. Oder danach kalt ausspülen. Ist die Wolle aber von Anfang an im Topf, während das Wasser darin aufheizt, und kühlt auch darin erstmal ab bevor man sie rausnimmt, sollte alles gut gehen.
    Aber ihr habt ja auch ohne gute Ergebnisse erzielt, also reicht das vermutlich 🙂
    Sieht nach einer schönen Beschäftigung aus!

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